Träume verwirklichen

Tief beeindruckt vom Besuch des “Palais idéal” am 18. Mai im Rahmen meiner Lyon-Reise schildere ich euch nun die Geschichte dahinter:

Ein französischer Postbote, Joseph Ferdinand Cheval, nahm 1879 einen interessant geformten Stein zum Anstoß, Steine, Muscheln und Schneckenhäuser zu sammeln.


Er erfüllte sich damit einen Traum.

 

Vor ca. 100 Jahren vollendete er in Hauterives (Département Drôme, südlich von Lyon) seinen “Palais idéal“.


 

Seine Vision verlangte hohen Einsatz: In “10 Tausend Tagen, 93 Tausend Stunden, in 33 Jahren”, baute er das über 26 m breite und bis zu 10 m hohe Monument.


Ferdinand Cheval hatte ein Denkmal seiner Träume verwirklicht, einen idealen Palast, der von nichts anderem erzählt.


Durch die zahlreichen Inschriften am Gebäude erklärt der Erbauer seine Idee.

An einer Stelle ist zu lesen: “Ohne Baumeister, ohne Hilfe und mit winzigen Steinen ist dieser unerhörte Palast konstruiert.”

 

 

Was mich ganz besonders beeindruckt hat, war die Weise, in welcher ein einfacher Postbote, der nichts von der Welt gesehen hatte, diesen phantastischen Palast erschuf.

Als Postbote trug er auch Postkarten mit Abbildungen aus fremden Ländern aus und genau davon holte er sich viele seiner Ideen.

 

Ferdinand Cheval zeichnete seine Vorstellungen auf und setzte sie dann Stein für Stein, in mühevoller Kleinarbeit um.


Das “Palais idéal” steht seit 1969 unter Denkmalschutz und wird von engagierten Bürgern von Hauterives, wenn nötig, restauriert.

 

 
Bis man zum Palast kommt, muß man vorbei an einigen Standln mit Souveniers und Handwerkskunst.

Man wird aber vollkommen entschädigt beim Betreten des Areals und der Besichtigung des Monuments und des Museums.


“Glücklich, ein freier Mensch zu sein” ist einer der vielen eingemeisselten Sprüche im Palast.

Manchmal braucht es wohl nur den sprichwörtlichen “Stein des Anstoßes” und eine gehörige Portion Mut, um einen Traum zu realisieren.