LYON, eine Stadt zum verlieben

Mein Sohn Ben und meine Schwiegertochter Gisela haben mich anläßlich des Muttertags, von 14. bis 20. Mai zu einer Reise nach Lyon eingeladen.

 

Diese Reise entwickelte sich zu einem Familienausflug.


Eine meiner Schwestern schloss sich der Reise ebenfalls an und selbstverständlich war meine kleine Enkelin Anna mit von der Partie.

 

Gisela hatte diese Reise alleine durchgeplant, unter Berücksichtigung einiger Besichtigungswünsche meinerseits.
Sie organisierte alles einfach perfekt, inklusive eines Mietautos für einen Tagesausflug und der Lyon-City-Card für 3 Tage für uns Erwachsene.

 

Abflug und Ankunft war in München.

 

 

 

Unbedingt empfehlenswert ist der Kauf der Lyon City Card.

 

Es gibt sie für 1, 2 oder 3 Tage und neben einer Stadtführung, ist auch eine 1 1/2 stündige Schifffahrt wahlweise auf der Rhone oder Saône inkludiert.

 

Die Öffis und die meisten Museumsbesuche sind mit dieser Karte ebenfalls kostenlos.


Nachdem wir unsere Wohnung am Place Sathonay, im 5. Arrondissement bezogen hatten, begannen wir am Nachmittag das Viertel zu erkunden und waren hellauf begeistert von den ersten Eindrücken und der wunderbaren Wandmalerei, gleich um’s Eck.

 

Am Abend speisten wir ganz vorzüglich in einem typisch französischen Restaurant in unserem Viertel.


 

In Lyon wurden in den Berg Fourvière im 2. Jahrhundert von den Römern ein Odeon, welches ca. 3000 Menschen Platz bot und ein größeres antikes Theater, welches früher angeblich Platz für ca. 10.000 Menschen hatte, hineingebaut.

 

Heute werden beide Odeons  in den Sommermonaten für kulturelle Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte und Theateraufführungen genutzt.

Die Karten für das Festival “Nuits de Fourvière” sind sehr begehrt und immer bald ausverkauft.

 

Von der hervorragenden Akkustik der Theater konnten wir uns überzeugen.

 


Der Hügel Fourvière wird von den Lyoner Bürgern auch "betender Hügel" genannt, wegen der imposanten Kirchen die sich dort befinden.


 

 

 

 

 

 

Wir erwanderten die Altstadt “Croix-Rousse”, ein Arbeiterviertel welches auf einem der Hügel liegt, teilweise durch die Traboules.

 

 

Diese verwinkelten, überdachten Durchgänge und Treppenhauskonstruktionen ermöglichten im 19. Jahrhundert den Seidenwebern ihre kostbaren Waren wind- und wettergeschützt durch die Stadt zu transportieren.

 

Der “Aufstand der Seidenweber”, der als erster sozialer Aufstand gilt, wurde in Lyon im Herbst 1831 jedoch trotz der unzähligen Schlupflöcher in den Traboules, niedergeschlagen.

 

Die Résistance war im 2. Weltkrieg in Lyon viel erfolgreicher, auch dank der ausgeklügelten, ausgiebigen Nutzung der Traboules.

 

 

 

 

 

 

 

Das "Musée Cinéma et Miniature" begeisterte die gesamte Familie.

 

Ich habe mich ein wenig mit Dan Ohlman, dem Miniatur-Künstler, durch dessen Ideen das Museum entstanden ist, unterhalten und konnte sozusagen aus erster Hand Wissenswertes erfahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten das Glück, gerade rechtzeitig zu einer ganz besonderen Ausstellung von eigenwilligen Puppen des Künstlers Julien Martinez in diesem Museum zu kommen.


Sie hielt uns für mehrere Stunden in Bann.

 


 

Am Place de Terreaux bewunderten wir die vielen kleinen und größeren Brunnen.

 

Besonders imposant ist der Quadriga Brunnen, der von Frédéric Bartholdi gestaltet wurde und sich in der Mitte des Platzes befindet.

 


 

 

 

 

 

 


Das Musée des Beaux-Arts befindet sich ebenfalls am Place de Terreaux und wir verbrachten einige Stunden beim Betrachten der außergewöhnlichen Exponate.

 

 

 

 

Im alten Viertel “Monplaisier” besuchten wir das “Institut Lumière”, welches eine interessante Retrospektive der Brüder Coen brachte.

 

 

 

 

Das interessante Museum, welches im ehemaligen Wohnsitz, einer Doppelvilla, der Brüder Lumière untergebracht ist, ist es wert angesehen zu werden.

 

Eine 1 1/2 stündige Bootsfahrt auf der Saône gab uns einen sehr interessanten Eindruck von Lyon.

Beim erwandern einer Stadt ist alles Sehenswerte greifbar.

Durch eine Flussfahrt ist der andere, entferntere Blickwinkel auf die Gebäude und Landschaften sehr reizvoll.


 

 

 

 

Im Justizpalast von Lyon wurde der "Schlächter von Lyon" Klaus Barbie, zu lebenslanger Haft verurteilt.

Mein Sohn, ein kulinarischer Feinspitz, wollte unbedingt in die “Les Halles de Lyon Paul Bocuse” im 6. Arrondissement, essen gehen.

 

Gesagt, getan und daher lud ich meine mitreisende Familie zu einem Mittagessen in diesen Gourmettempel ein.

 

Genuß pur!

 

Auf unserem Besichtigungsplan hatten wir selbstverständlich sämtliche Wandmalereien (Trompe Oeil) Lyons notiert.

Die waren besonders für mich ein “muss” und gehören zu einem Lyonbesuch einfach dazu, weil sie einzigartig sind.


 

 

 

Im Viertel “Etats-Unis” wanderten wir, beginnend vom Museum Tony Garnier, 25 Häuserblöcke entlang, die von ihm geschaffen wurden und die mit Wandmalereien versehen sind.

 

 

 

 

 

Man bekommt mittels dieser Malereien einen guten Eindruck von der  sozialen Geisteshaltung dieses Architekten.

 

Das “Musée Urbain Tony Garnier” entdecken, heißt, sich zurück in die 30er Jahre zu begeben und eine Architektur zu erleben, die für das Volk gedacht war.

 

Mit dem Mietauto fuhren wir an einem Tag frühmorgens nach Hauterives um uns das “Palais ideal” anzusehen und dann weiter nach Vienne, wo wir den Rest des Tages, durch die interessante Stadt streifend, verbrachten.

 

 

 

Am letzten Tag in Lyon erkundeten wir noch den größten Stadtpark Frankreichs, mit einer Fläche von 117 Hektar, den “Parc de la tête d’or”, in dem die Müllabfuhr mit einem Pferdewagen bewerkstelligt wird.

 

Es herrscht absolutes Autofahrverbot!

 

 

 

 

 

...und dann ging es zurück in die Altstadt, mit den vielen kleinen Geschäften, um uns noch ausgiebig mit allerhand Geschenken einzudecken.

 

 

 

 

 

 

Lyon, meine Empfehlung!