Tante Geli – Nachruf auf einen besonderen Menschen

28. März 1920 – 13. Jänner 2014


 

Meine Tante Geli wurde am 28. März 1920 in Wels geboren.

Sie wuchs mit ihrem Bruder Hans bei ihrer Mutter, den Großeltern und Urgroßeltern und deren 32 Ziehkindern, auf ihrem Bauernhof auf.

Nach der Schulzeit war ihr Leben von harter Arbeit gezeichnet.

Am 26. August 1950 heiratete sie Johann H., mit dem sie bis zu seinem Tod eine glückliche, von gegenseitigem Respekt geprägte Ehe führte.

Tante Geli und Onkel Hans blieben kinderlos und teilten ihren eigenen Haushalt mit Gelis Mutter, meiner Oma.

Für uns 5 Nichten und Neffen – wir sind die Töchter und Söhne ihres Bruder Hans – war es immer schön sie zu besuchen, was wegen der Nähe der Häuser, mehrmals in der Woche geschah.

Das besondere an diesen Besuchen, waren für uns Kinder, die Geschichten vom Leben von  früher, die erzählt wurden und die kleinen Köstlichkeiten, die es zu Hause nicht gab, wie zum Beispiel den Almdudler oder Manner Wafferl.

Tante Geli, Onkel Hans und Oma führten ein bescheidenes Leben, in welchem die gegenseitige Wertschätzung das Auffallendste war.

Eine besondere Leidenschaft, neben Gesellschaftsspielen wie Fuchs und Henne, Mensch-ärgere-dich-nicht oder Mühle, waren für sie verschiedene Kartenspiele wie Rommée oder Schnapsen.

Bis zu ihrem 84. Lebensjahr führte sie ihren Haushalt ganz alleine. Hilfe beim Putzen bekam sie aber regelmäßig von meiner Schwägerin Claudia, der Frau meines Bruders Markus.

Vor 10 Jahren übersiedelte sie auf eigenen Wunsch hin in ein Seniorenheim, wo sie das Glück hatte, für ein paar Jahre mit Bekannten aus ihrem früheren Leben, mehr oder weniger, Tür an Tür zu wohnen.

Eine Freundschaft verband sie mit einem netten Herrn im Pensionistenheim, mit dem sie gute Gespräche führen konnte und Kartenspielen. Über seinen Tod war sie sehr traurig.

Zeitlebens war meine Tante eine begeisterte Turnerin, die selbst im hohen Alter diesen Sport nicht aufgab.

Ihr Interesse am politischen Geschehen in unserem Land behielt sie sich bis an ihr Lebensende.

Mit beinahe 94 Jahren, die sie bis zuletzt in körperlicher und geistiger Gesundheit verbrachte, hat sie uns nun am Montag, den 13. Jänner 2014 für immer verlassen.


 

Die Erinnerung an meine eigenwillige und humorvolle Tante wird in unserer Familie immer in Ehren gehalten werden.