MQU, Kleines Cafe & Amerlinghaus

Kleine Zusammenfassung meines Wienbesuchs in der Vorwoche.

 

Am 19. Februar zu nachtschlafener Zeit, um 6h30, saß ich schon im Zug von Braunau nach Wien. Beim Umsteigen in Wels holte ich mir beim ‘Resch’ (war tatsächlich ganz frisch) einen Topfen-Vanille-Rosinen-Schneck’n und eine Laugenbrezen, wegen dem Geschmack-Kontrast.

Die Weiterfahrt war nun ausgesprochen abwechslungsreich – Schneck’, Brez’n, Wasser und ‘Manhunt’ von Janet Evanovich (gerade richtig zum Zugfahren, rangiert ansonsten unter ‘ferner liefen nicht’…in meiner Leseliste).

Um 10h18 wartete mein Sohn Ben bereits auf mich am Wiener Hauptbahnhof, nur um mir meinen ‘Overnightbag’ abzunehmen und mich alleine meinem Schicksal zu überlassen.

Ich genoß es so richtig, die Mariahilferstraße entlang zu wandern bis zum Museumsquartier, wo ich mir im Modern Art Museum die Ausstellung der Aktionskünstler der 60er / 70er Jahre, mit einem lachenden und einem weinenden Auge ansah – viele Erinnerungen an Menschen, Begegnungen und Aktionen kamen hoch.


Fazit: Ich war ungemein beschwingt und beflügelt und konnte nicht widerstehen, dem MacD… einen Besuch abzustatten (‘tschuldige Ben, das hab’ ich dir verschwiegen) – versinke auch komischerweise nicht in den Boden deswegen.

Wenn schon in Erinnerungen schwelgen, dann richtig! Hatte ich doch an akutester Geldnot leidend, einmal 3 lange Wochen dort gearbeitet Anfang der 80er Jahre. Die Geldnot war danach zwar nicht wesentlich gemindert, aber dafür war ich an Erfahrungen reicher geworden.


Gestärkt – salatmäßig, gefolgt von einem klitzekleinen, kaum der Rede werten, Cheeseburger – flanierte ich dann durch den ersten Bezirk, kein Gasserl auslassend, was nicht goutiert wurde von meinen Füßen.


Am Spätnachmittag war’s dann soweit: ich war nun mental gewappnet für jegliche Überraschung meiner Söhne im Studentenheim. Martin, mein jüngerer Sohn, der einen Tag vor meiner Ankunft mit seiner Freundin nach Paris geflogen war (um Euro 40,- ab Bratislava), hatte mir sein Zimmer überlassen….. Ihr wollt jetzt nicht wirklich wissen, was ich hier als allererstes gemacht habe? Doch? Na gut! Ich habe zuerst einmal meine Schuhe ausgezogen und dann: Bett überzogen, Geschirr abgewaschen etc. etc. etc.

Zwischendurch habe ich Ben in seinem Zimmer besucht um grünen Tee zu trinken…

 

 

Am Abend lud mich Ben in ein japanisches Restaurant ein, da ich noch nie Sushi gegessen hatte. Nun, Sushi gab es dort zwar nicht, dafür aber wirklich exzellente Speisen, die ich so richtig genoß.

 

Der Abend war so angenehm in der Gesellschaft meines Sohnes, daß ich beschloß, ihn in ein Lokal einzuladen, welches ich in den 70er,80ern zu meinem zeitweiligen Wohnzimmer erkoren hatte – ins ‘Kleine Cafe’ am Franziskanerplatz im 1. Bezirk .

 

Die unglaublichste Überraschung für mich war, als ich vom Besitzer mit einem ‘Griaß di, jetzt warst aber lang nimma da’ begrüßt wurde.

Unglaublich deshalb, weil frau halt nicht mehr den dunkelhaarigen Wuschelkopf, sondern ersilbernd, sich den grauen Panthern angeschlossen hat und gewichtsmäßig – nun, das ist nicht so gewichtig – also, weil ich mich doch etwas verändert habe, aber allem Anschein nach, noch immer erkannt werde.

 

Mein Sohn flüsterte erstaunt: is des net der Schauspieler, der….. ? Tja, so ist es!

Ben hat die Atmosphäre, die sich in mehr als 30 Jahren nicht geändert hat, so gut gefallen, daß wir dem Zweigelt gemeinsam Tribut zollten und dann ziemlich fröhlich ins Studentenheim fuhren.

Am Mittwochmorgen habe ich zuerst einmal 6 Waschmaschinen in der studentenheim’schen Waschküche gefüttert und dann mit meinem Sohn in seinem Zimmer gefrühstückt. Nach dem Wäsche aufhängen, gierte ich nach Kultur.


Ich sah mir in der Albertina die Monet & Picasso und im Leopold Museum die ‘Zwischen den Kriegen’ Ausstellung an.

Mit Ben traf ich mich um 18h in der Stadt, da ich ihn ins Amerlinghaus, am Spittelberg im 7. Bezirk, ausführen wollte.


Er konnte sich an die Stätte seines frühen Wirkens natürlich nicht mehr erinnern.


Er war doch damals gerade 1 1/2 Jahre alt, als er seinen, von mir selbstgeschneiderten und bestickten Hut vom Kopf nahm. 

Die Besucher, die den Musikanten, die im Hof jazzten, zuhörten, steckten Ben Geld in das Hütchen.


Mein lieber Sohn wurde aus einem Mißverständnis heraus, somit die folgenden 3 Wochen der Haupthaushaltsversorger unserer kleinen Familie. Es hatten sich Schilling 200,- angesammelt .

Am Donnerstag um 13h40 ging’s dann wieder heimwärts – mit Zwischenstopp in Wels – ‘Resch’ Topfen-Vanille-Rosinen-Schneck’n, eh scho’ wiss’n – und damit hat sich dann der Kreis wieder in Burgkirchen geschlossen.